Tag 7: Fahrt in die Berge mit Verena

Nachdem es in der Nacht erneut geschüttet hat, holte 9 Uhr uns Verena Stamm von der Fondation Stamm ab, sie hatte uns angeboten, mit ihr nach Gitega zu fahren um dort die beruflichen Schule, die sie gegründet hat, zu besuchen. Die Fahrt ging in die Berge nach Muramavya, auf der Straße war durch den Regen teils die Straße abgerutscht, Sicherungsmaßnahmen sind bereits im Gange. Einige Schäden stammen vom letzten Hochwasser im vergangen Jahr. Auf der Straße war der Bär los. Vollgepackte Fahrräder, einige rostige LKWs und ei paar Autos waren unterwegs, entlang der Straße liefen ständig Leute. Der Chauffeur kaufte am Straßenrand eine Ladung Bananen als Wegzehrung, in den Bergen ist es deutlich günstiger. Traumhafte Ausblicke bescherte uns diese Fahrt. Die Passstraße ging bis 2.200 m, die Außentemperatur kühlte auf 19°C ab. Je ländlicher es wurde, desto ärmer schien die Behausung zu werden. Die Bodenwellen zur Geschwindigkeitsreduzierung waren teils so hoch gebaut, dass sogar der Toyota Rav aufsaß. Wir erblickten herrliche Teeplantagen und Eukalyptusbäume. Unglaublich waren die Situationen, die wir sahen: Frauen die alles mögliche auf dem Kopf trugen, mit riesigen Säcken, Stangen oder ähnlichem vollgepackte Räder, sogar ein ausgewachsenes, totes Schwein wurde auf dem Gepäckträger bergab transportiert. Einige müssen zu zweit schieben, um die Last die steile Berge hinauf zu bekommen. In den Dörfern wird alles angeboten, sämtliches Obst und Gemüse, Fleisch, Haushaltsgegenstände. Für die 100 km lange Fahrt benötigten wir etwa 2 1/4 Stunden, der Fahrer raste glücklicherweise nicht so sehr wie andere hier. Verena informierte uns gut über Land und Leute, erzählte uns über ihre zahlreichen Projekte (Schulen, Waisenhaus, Straßenkinderheime, Mütterheim und Krankenstation). Auch politisch ist sie gut informiert, sie weiß einfach alles. Das hat uns in einigen Dingen weiter gebracht (z.B. für Werner’s Mitbringsel). In Gitega war die Schulzufahrt in einemkatastrophalen Zustand, dass wir auf dem Rückweg besser den Abschnitt liefen. Die Schule ist absolut vorbildlich. Dort gibt es Ausbildung in Fachrichtung Informatik und Veterinärhelfern. Sogar Hühner und Hasen werden gehalten, eine Kuh soll noch angeschafft werden. Die Schüler, allesamt Oberstufe, freuten sich riesig über die Kugelschreiber. Auch die Lehrer schienen sehr interessiert und gebildet. In Kimina zeigten die Lehrer kein Interesse, sich mit uns zu unterhalten, auch die Schüler beklagten sich dort, dass sie lieber mit uns englisch sprechen möchten, da der Lehrer es dort nicht macht. Vielleicht liegt es auch daran, dass Verenas Fondation mehr als an staatlichen Schulen bezahlt. Selbst eine provisorische Sportanlage gibt es in Gitega, sie joggten auf einer Laufbahn und spielten Fußball. Nach dem Besuch der Kathedrale und einem Imbiss im indischen Supermarkt traten wir die Rückreise an, denn wir statteten dem Waisenhaus in Muramavya einen Besuch ab. Die Kinder umarmten uns und Verena, als wir ausstiegen. Unsere Mitbringsel wie Luftballons, Seifenblasen, Springseil und Gummitwist waren der Hit. Auch über neue Kleidung waren sie überglücklich. Drei der Kinder sind Aidswaisen und selbst infiziert, es gibt auch Halbwaisen oder verstoßene Kinder. Dennoch wirkten sie äußerst fröhlich, sie können sich glücklich schätzen, in diesem Heim untergekommen zu sein. Verena beeindruckt durch ihre bodenständige Art und die Umsetzung vieler Projekte wie Waisenhäuser, Straßenkinderheime, Schulen, Mütterheim und eine Krankenstation. Das Waisenhaus wird u.a. auch von unseren drei Bekannten vom Niederrhein unterstützt, die zwischenzeitlich wieder dem Alltag in Deutschland frönen.
http://www.fondation-stamm.org/
http://www.burundi-hilfe.org/2015 01 13_1579 2015 01 13_1965 2015 01 13_1732 2015 01 13_1730 2015 01 13_1716 2015 01 13_1714 2015 01 13_1710 2015 01 13_1699 2015 01 13_1674 2015 01 13_1661 2015 01 13_1652 2015 01 13_1612 2015 01 13_1548

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